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Interview mit Dr. med. Markus Pfisterer, Arzt für Naturheilverfahren und Experte für Histamin-Intoleranz:

„Eine Histamin-Intoleranz ist oft schwer zu erkennen“

Laktose-Intoleranz ist den meisten Menschen ein Begriff. Es gibt aber auch andere häufige Lebensmittelunverträglichkeiten. Dazu gehört die so genann-te Histamin-Intoleranz. Die Betroffenen vertragen den hohen Histamingehalt in manchen Lebensmitteln nicht: Sie werden nach dem Essen von Durchfällen, Blähungen, Kopfschmerzen oder Hautausschlag heimgesucht. Die Histamin-Intoleranz ist durch allergieartige Symptome gekennzeichnet, ohne dass je-doch eine Allergie besteht. Das macht die Diagnose oft schwierig. Im Inter-view erklärt Dr. Markus Pfisterer, Arzt für Naturheilverfahren, welche Beschwerden bei einer Lebensmittelunverträglichkeit durch Histamin-Intoleranz auftreten können und wie man am besten damit umgeht.

Frage: Was ist Histamin und welche Funktionen erfüllt es im menschlichen Körper?
Dr. Pfisterer: Histamin ist zum einen ein körpereigener Botenstoff, der in nahezu jeder Zelle vorkommen kann. Es spielt eine wichtige Rolle bei den Nervenfunk-tionen, insbesondere bei der Funktion des Gehirns. Histamin ist auch immer bei der Vermittlung von allergischen Reaktionen beteiligt.
Zum anderen ist Histamin in vielen Lebensmitteln enthalten. Es entsteht dort beim Abbau von Eiweißen, die natürlicherweise vergären oder reifen. Che-misch gesehen sind das körpereigene Histamin und das mit der Nahrung auf-genommene Histamin gleich.

Frage: Was versteht man unter einer Histamin-Intoleranz?
Dr. Pfisterer: Histamin-Intoleranz ist eine Schwäche des Körpers, das mit der Nahrung aufgenommene Histamin zu verarbeiten. Zu viel Histamin kann schädliche Wirkungen haben. Deshalb besitzt der Mensch im Darm ein wichtiges Enzym, welches das über die Nahrung aufgenommene Histamin abbaut. Bei einer Histamin-Intoleranz liegt eine Enzymschwäche vor, so dass mit der Nahrung aufgenommenes Histamin nicht richtig abgebaut werden kann. Das überschüssige Histamin gelangt dann in den Körper und kann Beschwerden vielfältigster Art auslösen. 

Frage: Welche Lebensmittel sind besonders histaminreich?
Dr. Pfisterer: Besonders viel Histamin enthalten eiweißreiche Lebensmittel, die einem Reifungsprozess oder einer längeren Lagerung unterliegen. Hierzu zäh-len zum Beispiel Sauerkraut, Käse, Hackfleisch oder Fisch. Es gibt aber auch Lebensmittel, sogenannte Histaminliberatoren, die Histamin aus den Speicherzellen im Körper freisetzen und somit indirekt allergieähnliche Symptome auslösen können. Dazu gehören insbesondere Tomaten, Auberginen, Ananas, Erdbeeren und Nüsse.

Frage: Warum kann der Gehalt an Histamin in ein und derselben Art von Le-bensmittel schwanken?
Dr. Pfisterer: Der Histamingehalt in einem Lebensmittel kann tatsächlich nie genau vorausgesagt werden. Er ist abhängig vom Herstellungs- und Reifungsprozess des Lebensmittels. Beispielsweise können bei der Käse- oder Weinherstellung unterschiedliche Bakterienstämme enthalten sein, die mehr oder weniger Histamin produzieren. Deshalb ist nie genau vorhersagbar, ob eine bestimmte Sorte Käse oder Wein immer gleich gut vertragen wird.

Frage: Ist eine Histamin-Intoleranz genetisch bedingt oder kann sie auch erworben sein?
Dr. Pfisterer: Die meisten Histamin-Unverträglichkeiten sind erworben. Mögliche Auslöser sind eine falsche Ernährung, viel Stress oder eine Störung der Magen-Darm-Flora, z. B. durch häufige Antibiotika-Therapien. Es scheint aber auch einige Formen zu geben, die genetisch bedingt sind. Die Familienmitglieder weisen dann häufig ähnliche Beschwerden auf.

Frage: Wie hoch ist der Prozentsatz von Patienten mit Histamin-Intoleranz in Ihrer Praxis?
Dr. Pfisterer: In meiner Praxis behandele ich schwerpunktmäßig Immunstörungen und Allergieerkrankungen. Ich habe einen Patientenanteil von etwa 25 bis 40 Prozent mit Histamin-Unverträglichkeitsbeschwerden, oft kombiniert mit weiteren Lebensmittelunverträglichkeiten oder –allergien.

Frage: Ist davon auszugehen, dass dieser Prozentsatz von 25 bis 40 Prozent Betroffenen in Ihrer Praxis auch für die deutsche Bevölkerung repräsentativ ist?
Dr. Pfisterer: Nein, geschätzt werden derzeit ca. ein bis maximal fünf Prozent der Bevölkerung.

Frage: Welche Histamin-Unverträglichkeitsbeschwerden schildern Ihre Patienten?
Dr. Pfisterer: Die Symptome sind völlig unterschiedlich und ähneln denen einer Allergie. Die häufigsten Beschwerden liegen im Magen-Darm-Bereich, mit Durchfällen und Bauchkrämpfen. Aber auch eine bleierne Müdigkeit tritt häufig auf. Weitere typische Merkmale einer Histamin-Intoleranz sind leichte Schwindelgefühle oder auch Kopfweh bis hin zu migräneartigen Beschwerden. Hauterscheinungen, wie Juckreiz oder Ausschläge können ebenfalls auftreten. Hinsichtlich der Lebensmittel gibt es jedoch kein Indiz, dass bestimmte Lebensmittel bestimmte Beschwerden auslösen. Es ist jedoch eine Spezifität des Betroffenen, dass er immer an seinen sogenannten Schwachstellen reagiert.

Frage: Wie können potentiell Betroffene erkennen, ob bei ihnen möglicherweise eine Histamin-Intoleranz vorliegt?
Dr. Pfisterer: Für den Betroffenen ist es sehr schwer zu erkennen, ob eine Hista-min-Intoleranz vorliegt. Die Beschwerden können vielseitig sein und müssen auch nicht immer auftreten. Betroffene können versuchen, den Verzehr hista-minhaltiger oder histaminfreisetzender Lebensmittel zu reduzieren. Das führt häufig zu einer Besserung der Symptome. Was die Diagnose zusätzlich schwierig macht, ist, dass die Symptome der Histamin-Intoleranz häufig auch mit anderen Beschwerden kombiniert sein können. Hierzu zählen beispielsweise Lebensmittelallergien oder auch eine Fruchtzucker- oder Milchzuckerunverträglichkeit, die auch als Fruktose- oder Laktose-Intoleranz bekannt sind.

Frage: Welche weiteren Möglichkeiten gibt es, um eine Histamin-Intoleranz zu diagnostizieren?
Dr. Pfisterer: Seit wenigen Jahren gibt es einen sehr einfach durchzuführenden Bluttest. Dabei wird die Aktivität des histaminabbauenden Enzyms gemessen und zusammen mit den Beschwerden des Betroffenen eine Diagnose gestellt.
Eine weitere Alternative ist das diätetische Lebensmittel DAOSiN. Potentiell Betroffene können vor dem Verzehr einer histaminhaltigen Mahlzeit ein bis zwei Kapseln einnehmen. Die Kapseln sind gut verträglich, es gibt keine Nebenwirkungen, und sie bauen zuverlässig das Histamin aus der Nahrung ab. Bleiben die bekannten Symptome danach aus, kann man davon ausgehen, dass eine Histamin-Intoleranz vorliegt.

Frage: Wie wirkt DAOSiN?
Dr. Pfisterer: DAOSiN enthält das natürlich gewonnene Enzym DiAminoOxidase, das das mit der Nahrung aufgenommene Histamin im Darm abbaut, bevor das Histamin überhaupt in die Blutbahn gelangen kann und Beschwerden hervorruft.

Frage: Welche Auswirkungen hat eine diagnostizierte Histamin-Intoleranz auf die Ernährung und die Gesundheit?
Dr. Pfisterer: Der Betroffene muss auf histaminhaltige Lebensmittel verzichten. Allerdings kann eine histaminarme Kost zum Beispiel durch einen erhöhten Verzehr von Obst und Gemüse und frischen Lebensmitteln auch als sehr gesunde und ausgewogene Ernährung gestaltet werden. Negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat der Verzicht auf histaminhaltige Le-bensmittel nicht.

Frage: Gibt es Alternativen zu einer histaminfreien Ernährung?
Dr. Pfisterer: Generell sollten Betroffene immer sehr frische Lebensmittel einkaufen und zubereiten. Die DAOSiN-Kapseln mit dem Enzym DiAmino-Oxidase sind hier jedoch gut geeignet, um die Lebensqualität zu steigern, da Betroffene so wieder einfach alles essen & genießen können. Beispielsweise lässt sich der Histamingehalt der Speisen in einem Restaurant schwer einschätzen. Mit den Kapseln können Betroffene hier vorbeugend eingreifen. Denn leider ist das Wissen um die Histamin-Intoleranz noch nicht sehr verbreitet, und hat sich folglich auch im Restaurantbereich noch nicht sehr durchgesetzt. Es empfiehlt sich deshalb, im Restaurant darauf zu achten, möglichst Speisen zu wählen, die nicht lange gelagert wurden.  

Frage: Kann ein Betroffener durch die Einnahme von DAOSiN die Wirkung histaminhaltiger Speisen oder Getränke abfedern?
Dr. Pfisterer: Wir haben inzwischen aus der Praxis sehr gute Rückmeldungen zur Wirkung dieser Kapseln erhalten. Ich kenne selbst viele Betroffene, die DAOSiN regelmäßig oder bei Bedarf einnehmen und unbeschränkt ein Glas Rotwein genießen oder mit Freunden Essen gehen können. Sie behalten so ihre Lebensqualität.

Frage: Woran können Verbraucher bei ihrem Einkauf erkennen, welche Le-bensmittel besonders histaminreich sind? Worauf müssen sie achten?
Dr. Pfisterer: Grundsätzlich sollte man sehr frische Lebensmittel bevorzugen. In der Regel enthalten konservierte und Dauerlebensmittel sehr viel Histamin. Wurst- und Salamiarten, Schinkenarten, Hartkäse und auch abgepacktes Hackfleisch können sehr viel Histamin enthalten. Auch so genannter frischer Fisch, der nicht tiefgefroren, sondern auf Eis in der Theke ausliegt, kann sehr histaminreich sein. Man sollte also darauf achten, nur sehr frische Ware einzukaufen.   

Ihre Ansprechpartner:

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Ralf Steinmetz
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